Neuer Service: Digitization-on-Demand

Alte Drucke lassen sich am besten im Original erforschen, vor allem dann, wenn Materialität und Haptik bei der Forschungsfrage bestimmend sind. Doch gerade in Corona-Zeiten wird klar, dass die Sichtung des Originals nicht immer der effizienteste Weg der Informationsgewinnung ist. Eine digitale Reproduktion spart lange Anreisen und macht den Inhalt eines Werkes auch für andere interessierte Kolleg*innen und für die Allgemeinheit verfügbar.

Für Forschende der Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft bieten wir daher einen besonderen Service. Wir digitalisieren gemeinfreie oder verwaiste Werke, die Sie für Ihre Forschung benötigen. Der Dienst ist für Sie völlig kostenlos.

Wie funktioniert der Digitization-on-Demand-Service?

Voraussetzung ist, dass Sie als Wissenschaftler*in in Deutschland tätig sind (z.B. als Hochschullehrer*in, wissenschaftliche/r Mitarbeiter*in oder Doktorand*in) und sich als solche im Portal des FID BBI registriert haben. Im Rechercheportal sind Werke, die auf Basis ihres Erscheinungsjahres gemeinfrei sein könnten, in der Titelanzeige mit einem Digitization-On-Demand-Button versehen. Wenn Sie darauf klicken, öffnet sich das Formular, über das Sie uns mit der Digitalisierung beauftragen können.

Das Team des FID BBI prüft Ihre Bestellung in drei Schritten:

1) Wir prüfen, ob das Werk eventuell schon einmal digitalisiert wurde und wenn ja, in welcher Qualität. Wenn ein qualitativ hochwertiges Digitalisat vorliegt, sehen wir von einer zweiten Digitalisierung natürlich ab und informieren Sie über die bereits existente Reproduktion.

Wir prüfen, ob das Werk tatsächlich gemeinfrei oder verwaist ist. Gemeinfrei ist ein Werk in der Regel, wenn die Verfasser*innen seit über 70 Jahren verstorben sind. Verwaist ist ein Werk, wenn es zwar noch urheberrechtlich geschützt ist, der Rechteinhaber aber selbst nach sorgfältiger Recherche nicht ermittelt werden kann. In diesem Fall wird das Werk nach der Digitalisierung in die von der EU geführte Orphan Works Database eingetragen. Bei Titeln, die im 20. Jahrhundert oder auch im Ausland erschienen sind, ist die Rechtsprüfung oft komplex.

3) Wir ermitteln den Standort eines geeigneten Exemplars und erfragen dort, ob eine Digitalisierung möglich ist.

Falls diese Prüfungen erfolgreich verlaufen, beauftragen wir die besitzende Bibliothek mit der Erstellung einer digitalen Reproduktion. Diese erhalten Sie dann auf elektronischem Wege. Darüber hinaus wird das Exemplar auch für andere Nutzer*innen öffentlich zugänglich gemacht.

Die Bearbeitungszeit hängt von den Kapazitäten der beauftragten Bibliothek ab. Je nach Umfang des Werkes und der technischen und personellen Ausstattung der Bibliothek kann die Digitalisierung zwei bis sechs Wochen dauern.

Das Werk, das Sie digitalisieren lassen möchten, ist nicht im Portal des FID BBI erfasst?

Kein Problem, solange das Werk einen Bezug zu den Buch-, Bibliotheks- oder Informationswissenschaften aufweist. Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht an fid@hab.de, am besten mit einem Link zu einem entsprechenden Titeleintrag.

Auch hier gilt, dass Sie als Wissenschaftler*in in Deutschland tätig sein müssen (z.B. als Hochschullehrer*in, wissenschaftliche/r Mitarbeiter*in oder Doktorand*in) und sich als solche im Portal des FID BBI registriert haben.

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.