{"id":246,"date":"2021-08-30T13:17:49","date_gmt":"2021-08-30T11:17:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/?p=246"},"modified":"2021-09-01T07:56:54","modified_gmt":"2021-09-01T05:56:54","slug":"hinweise-fuer-eine-erfolgreiche-provenienzrecherche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/index.php\/2021\/08\/30\/hinweise-fuer-eine-erfolgreiche-provenienzrecherche\/","title":{"rendered":"Tipps f\u00fcr eine erfolgreiche Provenienzrecherche"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Provenienzforschung (also die Recherche nach dem Herkommen und den Vorbesitzer*innen von B\u00fcchern und B\u00fcchersammlungen) ist ein zentraler Teil der bibliotheks- und buchwissenschaftlichen Arbeit. Die systematische Erfassung von Provenienzen eine vergleichsweise junge Disziplin und dient insbesondere der Auffindung und Restitution von NS-Raubgut. Annotationen, Einb\u00e4nde, Stempel und Exlibris liefern dar\u00fcber hinaus wichtiges Erkenntnismaterial f\u00fcr Forschende der Geisteswissenschaften. <\/p>\n\n\n\n<h4>Die zwei &#8222;Richtungen&#8220; der Provenienzrecherche<\/h4>\n\n\n\n<p>Je nachdem, ob die Provenienzrecherche mit dem Exemplar beginnt, dessen vormalige Besitzer*innen festgestellt werden sollen, oder ob die Recherche von einer bestimmten Person oder Institution ausgeht, deren B\u00fcchersammlung verkauft, verschenkt, geraubt oder beschlagnahmt wurde, kommen andere Methoden zum Einsatz. Dieser Beitrag widmet sich der zweiten Variante der Provenienzforschung, deren Ziel es ist, den aktuellen Aufbewahrungsort bestimmter Exemplare zu ermitteln. Wichtig ist dies v.a. f\u00fcr Personen, die nach den (m\u00f6glicherweise beschlagnahmten) Besitzt\u00fcmern ihrer Vorfahren recherchieren, und f\u00fcr Forschende, die sich mit der Rezeption oder der Materialit\u00e4t der gesuchten Exemplare befassen m\u00f6chten. Bei Recherchen dieser Art besteht die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung darin, die wahrscheinlichsten Anlaufstellen f\u00fcr die Recherche zu ermitteln. <\/p>\n\n\n\n<h2>Katalogrecherchen <\/h2>\n\n\n\n<p>Viele \u00fcbergreifende Altbestandskataloge oder Verbundkataloge k\u00f6nnen Sie direkt auf Vorbesitzer*innen von B\u00fcchern absuchen. Doch da die Provenienzerschlie\u00dfung in Bibliotheken mit sehr unterschiedlicher Intensivit\u00e4t erfolgt, haben Negativergebnisse keinerlei Aussagekraft f\u00fcr Ihre Recherche. Insbesondere bei langj\u00e4hrigen Forschungsvorhaben lohnt es sich, die Katalogrecherchen nach einiger Zeit zu wiederholen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie eines der von Ihnen gesuchten Exemplare via Bibliothekskatalog ermitteln k\u00f6nnen, sollten Sie die Recherche in der besitzenden Bibliothek vertiefen: Es ist m\u00f6glich, dass dort noch andere Werke gleicher Provenienz vorhanden sind, die bislang nicht katalogisiert wurden. Dar\u00fcber hinaus kann ein Buchexemplar wichtige Hinweise zu weiteren Erkennungsmerkmalen und vormaligen Aufbewahrungsorten liefern.<\/p>\n\n\n\n<h3>Bibliotheks\u00fcbergreifende Datenbanken, in denen Provenienzen recherchierbar sind<\/h3>\n\n\n\n<ul><li>Die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/data.cerl.org\/mei\/_search\" target=\"_blank\">Material Evidence in Incunabula-Datenbank (MEI)<\/a> verzeichnet exemplarspezifische Beschreibungen und Provenienzen von Inkunabeln.<\/li><li>Der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de\/GWEN.xhtml\" target=\"_blank\">Gesamtkatalog der Wiegendrucke<\/a> enth\u00e4lt seinerseits zahlreiche Hinweise auf Exemplarspezifika.<\/li><li>Die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/gso.gbv.de\/DB=1.77\/\" target=\"_blank\">Heritage of Printed Books Database<\/a> b\u00fcndelt die Best\u00e4nde zahlreicher gro\u00dfer Altbestandsbibliotheken und ist auf &#8222;former owner (person \/ institution)&#8220; hin absuchbar. <\/li><li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/kxp.k10plus.de\/DB=1.28\/\" target=\"_blank\">VD17 &#8211; Das Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts<\/a>: Der VD17 enth\u00e4lt Informationen zu Provenienzen und ist daraufhin absuchbar. VD16 und VD18 erm\u00f6glichen dies leider nicht.<\/li><li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/db.lootedculturalassets.de\/\" target=\"_blank\">Looted Cultural Assets<\/a>: Die Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets ist ein 2016 gegr\u00fcndetes Gemeinschaftsprojekt von Bibliotheken, die sich in der Suche nach NS-Raubgut engagieren und versuchen, dieses an heutige Eigent\u00fcmer*innen zur\u00fcckzugeben. Jedes gepr\u00fcfte Buch wird mit s\u00e4mtlichen Provenienzmerkmalen in die Datenbank eingetragen, so dass auch nicht NS-bezogene Provenienzen dokumentiert werden.<\/li><li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/gvk.k10plus.de\/\" target=\"_blank\">GVK &#8211; Gemeinsamer Verbundkatalog<\/a>: Verzeichnet Provenienzen aus Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Th\u00fcringen und der Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz. <\/li><li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/orsprod.rz.uni-frankfurt.de\/LNG=DU\/DB=2.1\/\" target=\"_blank\">hebis-Verbundkatalog<\/a>: Verzeichnet Provenienzen aus der Region Rhein-Hessen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2>Recherchem\u00f6glichkeiten abseits von Katalogen<\/h2>\n\n\n\n<h3>Kenntnis von Bibliotheksgeschichte als  Schl\u00fcssel zur Provenienzforschung <\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"659\" height=\"877\" src=\"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/29-Exemplar-kgl.-Hausbibliothek-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-352\" srcset=\"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/29-Exemplar-kgl.-Hausbibliothek-3.png 659w, https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/29-Exemplar-kgl.-Hausbibliothek-3-225x300.png 225w\" sizes=\"(max-width: 659px) 100vw, 659px\" \/><figcaption><br>Vergilius Maro, Publius \/ Desfontaines, Pierre Fran\u00e7ois Guyot: Les oeuvres de Virgile. Bd. 1. S.l. 1759. FU Berlin: Sign. 10 K. 315, Akzessionsnr. 188\/D\/1961\/396. Erfasst in: Looted Cultural Assets. URL: https:\/\/db.lootedculturalassets.de\/index.php\/Detail\/objects\/228103# [26.08.2021].<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenn ein Exemplar erst einmal gefunden ist, l\u00e4sst sich der Weg des Buches an seinen Bibliotheksstempeln oft gut nachverfolgen. Das obige Exemplar stammt urspr\u00fcnglich aus dem Besitz von Friedrich Wilhelm IV. von Preu\u00dfen (Stempel &#8222;F.W.K.P.v.P.&#8220;), gelangte in die K\u00f6nigliche Hausbibliothek der Hohenzollern (Stempel darunter) und wurde dann dem k\u00f6niglichen Gymnasium zu Sch\u00f6neberg-Berlin \u00fcberlassen (Stempel links daneben). Von dort gelangte es in die Freie Universit\u00e4t zu Berlin. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Beispiel verdeutlicht die Wichtigkeit von Bibliotheksgeschichte f\u00fcr die Provenienzrecherche. Genau wie bei einer archivalischen Recherche muss der Weg eines Exemplars durch verschiedenste Institutionen bis zu seinem jetzigen Aufbewahrungsort nachverfolgt werden. Folgende Fragen dienen der Orientierung:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Wo ist der letzte bekannte Standort der B\u00fccher? Gibt es Biographien, Archivalien, Leichenpredigten oder Auktionskataloge, die dar\u00fcber Auskunft geben? <\/li><li>Welche Institutionen haben die Best\u00e4nde dieser oder jener F\u00fcrsten- bzw. Gelehrtenbibliothek \u00fcbernommen? <\/li><li>Welcher Universit\u00e4tsbibliothek wurden Best\u00e4nde m\u00f6glicherweise verkauft oder \u00fcberlassen? <\/li><li>Welche NS-Institutionen waren in der betreffenden Region f\u00fcr die Beschlagnahmung j\u00fcdischer Besitzt\u00fcmer verantwortlich und an welche Bibliotheken wurden sie weitergegeben? <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Im Idealfall erarbeiten Sie sich \u00fcber diese und andere Fragen eine Liste der Bibliotheken, die am ehesten als Aufbewahrungsort f\u00fcr die gesuchten Exemplare infrage kommen. F\u00fcr die erste Orientierung empfiehlt sich dann ein Blick in Bernhard Fabians &#8222;Handbuch der historischen Buchbest\u00e4nde&#8220;, das die Bibliotheksgeschichte verschiedenster Institutionen dokumentiert und vertiefende Literaturhinweise liefert. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Websites der infrage kommenden Institutionen geben wichtige Ausk\u00fcnfte. In den Beschreibungen der Historischen Sammlungen ist meistens vermerkt, welche gro\u00dfen Sammlungen das Haus beherbergt. Viele Bibliotheken verweisen auf Erwerbungsjournale und Kataloge, in denen der Bestandszuwachs ihrer Einrichtung dokumentiert wird. Einige Institutionen wie z.B. die <a href=\"https:\/\/www.digi-hub.de\/viewer\/toc\/1436511519845\/1\/LOG_0000\/\">UB der Humboldt Universit\u00e4t zu Berlin<\/a> haben diese Journale bereits digitalisiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie auf ganz konkrete Hinweise auf Provenienzen im Bestand einer Bibliothek sto\u00dfen, lohnt sich die Kontaktaufnahme mit Kolleg*innen vor Ort. Diese verweisen Sie ggf. auf Zettelkataloge, Exlibris-Verzeichnisse sowie historische Akten und B\u00fccherverzeichnisse, die f\u00fcr Ihre Fragestellung relevant sind. Es ist sinnvoll, einen bebilderten Steckbrief von maximal zwei Seiten anzufertigen, auf dem das bekannte Wissen \u00fcber Provenienzmerkmale (Exlibris, Einb\u00e4nde, Stempel, Signaturen, Notationen usw.) und \u00fcber die Geschichte des Bestandes (insbesondere deren letzter bekannter Standort) zusammengefasst ist. Dies erm\u00f6glicht den Kolleg*innen eine schnelle Orientierung und erh\u00f6ht die Wahrscheinlichkeit, dass sie Ihnen weiterhelfen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4>Gr\u00fcnde f\u00fcr das Scheitern von Provenienzrecherchen<\/h4>\n\n\n\n<p>Nicht jede Provenienzrecherche ist erfolgreich. Das kann verschiedenste Ursachen haben:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Privater Verkauf: Wenn die B\u00fccher verauktioniert oder an den Antiquariatsbuchhandel verkauft wurden, ist es fast unm\u00f6glich, noch Exemplare wiederzufinden. Ausnahme: Sie finden das Exemplar des Auktionskatalogs in einer Bibliothek oder einer B\u00fcchersammlung. In der Regel waren die ersten Besitzer*innen der Kataloge auch selbst auf der Auktion anwesend und haben dort Erwerbungen get\u00e4tigt. Die gesuchten Exemplare k\u00f6nnten also ganz in der N\u00e4he sein.<\/li><li>Unbenutzte Exemplare: B\u00fccher, die keine Stempel, Annotationen und Signaturen aufweisen und deren Akzession auch in Akten unerw\u00e4hnt bleibt, gehen der Provenienzforschung in der Regel verloren.<\/li><li>Kriegsverlust: Mit der Bombardierung von St\u00e4dten im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche private und \u00f6ffentliche Bibliotheken komplett zerst\u00f6rt. Andere Best\u00e4nde wurden von Besatzungstruppen beschlagnahmt und ohne weitere Dokumentation umverteilt. <\/li><li>Verschleierung: Die Herkunft beschlagnahmter oder geraubter Buchbest\u00e4nde blieb in zeitgen\u00f6ssischen Akten oft absichtlich unerw\u00e4hnt. Alternativ wurden problematische Best\u00e4nde \u00fcber den Antiquariatsbuchhandel verkauft, von wo dann ein &#8222;legaler&#8220; Weiterverkauf stattfand.  <\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2>Rezeptionsspuren finden<\/h2>\n\n\n\n<p>In den Geisteswissenschaften zielen viele Fragestellungen nicht auf eine spezifische Provenienz ab, sondern auf die Rezeption eines Werkes durch die unmittelbaren Zeitgenossen. Forschende suchen nach Werken mit Namenseintr\u00e4gen, umfassenden Annotationen und Unterstreichungen einer bestimmten und zun\u00e4chst nur vage definierten Zielgruppe. Entsprechende Exemplare oder Digitalisate zu finden, ist nicht einfach. Zum einen verf\u00fcgt kaum ein Katalog die Suchfunktion &#8222;enth\u00e4lt Annotationen&#8220;, zum anderen werden f\u00fcr Digitalisate meistens besonders makellose Exemplare ausgew\u00e4hlt, die gut lesbar sind und die automatische Texterkennung nicht behindern. Zuletzt lassen sich Annotationen oft nur schwer datieren oder gar einer Person zuordnen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group alignwide\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<div class=\"wp-block-columns alignwide is-style-default\">\n<div class=\"wp-block-column\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<figure class=\"wp-block-gallery aligncenter columns-2 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"487\" height=\"849\" src=\"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/30-Kritzeleien-Google-books.png\" alt=\"\" data-id=\"353\" data-full-url=\"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/30-Kritzeleien-Google-books.png\" data-link=\"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/?attachment_id=353\" class=\"wp-image-353\" srcset=\"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/30-Kritzeleien-Google-books.png 487w, https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/30-Kritzeleien-Google-books-172x300.png 172w\" sizes=\"(max-width: 487px) 100vw, 487px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"810\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/22_Annotationen-810x1024.jpg\" alt=\"\" data-id=\"341\" data-full-url=\"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/22_Annotationen.jpg\" data-link=\"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/?attachment_id=341\" class=\"wp-image-341\" srcset=\"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/22_Annotationen-810x1024.jpg 810w, https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/22_Annotationen-237x300.jpg 237w, https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/22_Annotationen-768x971.jpg 768w, https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/22_Annotationen.jpg 850w\" sizes=\"(max-width: 810px) 100vw, 810px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\"><br><\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\"><strong>Links<\/strong>: Zeichnungen und eine Widmung im Buchspiegel von: <br>John Monier de Claire-Combe: Nouvelle pratique d&#8217;arithm\u00e9tique. Lyon 1697. Digitalisat bei Google Books. URL: https:\/\/books.google.de\/books?id=CpH5U_EuJPAC&amp;dq=claire&amp;hl=de&amp;source=gbs_navlinks_s [26.08.2021]. Original: Lyon Public Library.<br><strong>Rechts:<\/strong> Reichhaltige Randnotizen des Theologen und Slawisten Heinrich Milde (1676-1739). In: Merckwuerdige Nachricht aus Ost-Jndien. Bartholom\u00e4us Ziegenbalg. Leipzig: Papen, 1708. Bibliothek der Franckeschen Stiftungen zu Halle, Signatur: 76 D 7 [8], S. 4. URL: http:\/\/192.124.243.55\/digbib\/mn1.htm [18.08.2021].<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Tipp 1: Suchen Sie nach einem Werk Ihrer Wahl in einem Katalog, in dem Provenienzen recherchierbar sind. Setzen Sie im entsprechenden Feld ein Sternchen (*). Wenn der Katalog es zul\u00e4sst, erhalten Sie eine Liste der Werke, f\u00fcr die beliebige Provenienzen bekannt sind und k\u00f6nnen auf dieser Basis weiter nach Annotationen suchen. <\/p>\n\n\n\n<p>Tipp 2: Pr\u00fcfen Sie, in welcher Bibliothek die auf Ihre Fragestellung bezogenen Werke besonders gut aufgestellt sind. Lesen Sie die Sammlungsbeschreibungen auf der Website. Fragen Sie die jeweiligen Sammlungsbeauftragten oder Fachreferent*innen, ob ihnen annotationsreiche Exemplare bekannt sind. Forschungsbibliotheken wie die <a href=\"https:\/\/www.hab.de\/category\/forschung\/stipendienprogramme\/programme-fuer-stipendiatinnen\/\">Herzog August Bibliothek,<\/a> das <a href=\"https:\/\/www.iai.spk-berlin.de\/stipendien.html\">Ibero-Amerikanische Institut<\/a> in Berlin oder die <a href=\"https:\/\/www.uni-erfurt.de\/forschungsbibliothek-gotha\/forschung\/stipendien\/foerderstipendien-fuer-wissenschaftlerinnen\">Forschungsbibliothek Gotha<\/a>, vergeben sogar Stipendien, um die Beforschung Ihrer Best\u00e4nde zu f\u00f6rdern. <\/p>\n\n\n\n<p>Tipp 3: Benutzen Sie Metakataloge (Europeana, Deutsche Digitale Bibliothek, Google Books), deren Ergebnisanzeige Bilder enth\u00e4lt: Namenseintr\u00e4ge oder Notizen auf dem Titelblatt k\u00f6nnen darauf hinweisen, dass auch im Buch Annotationen enthalten sind. Umfassend annotierte Exemplare werden aber wie gesagt sehr selten digitalisiert, da sie die Lesbarkeit des Originaltextes behindern.<\/p>\n\n\n\n<h2>Literaturangaben und Datenbanken<\/h2>\n\n\n\n<h3>Deutsche Bibliotheksgeschichte<\/h3>\n\n\n\n<ul><li>Fabian, Bernhard (2021): Handbuch der historischen Buchbest\u00e4nde in Deutschland, \u00d6sterreich und Europa. Hg. v. G\u00fcnter K\u00fckensh\u00f6ner und SUB Nieders\u00e4chsische Staatsbibliothek G\u00f6ttingen. Online verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/fabian.sub.uni-goettingen.de\/fabian\">https:\/\/fabian.sub.uni-goettingen.de\/fabian<\/a> [16.07.2021]. <br><em>Hier finden Sie zu beinahe jeder Bibliothek und jeder Region bibliotheksgeschichtliche Literaturhinweise!<\/em><\/li><li>Alker-Windbichler, Stefan (2008): Bibliotheken in der NS-Zeit: Provenienzforschung und Bibliotheksgeschichte. G\u00f6ttingen: V-&amp;-R-Unipress [u.a.].<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3>Auktionskataloge finden<\/h3>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"https:\/\/primarysources.brillonline.com\/browse\/book-sales-catalogues-online\">Book Sales Catalogues Online<\/a>: Die Datenbank verzeichnet ca. 4.000 in der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen publizierte Auktionskataloge aus dem 16. bis fr\u00fchen 19. Jahrhundert. Dank der Bem\u00fchungen des FID BBI und dem FID Benelux ist sie als Nationallizenz frei verf\u00fcgbar. <br>Mehr Informationen: <a href=\"https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/index.php\/2021\/02\/09\/neue-nationallizenz-book-sales-catalogues-online\/\">https:\/\/www.fid-bbi.de\/blog\/index.php\/2021\/02\/09\/neue-nationallizenz-book-sales-catalogues-online\/<\/a><\/li><li>Loh, Gerhard: Verzeichnis der Kataloge von Buchauktionen und Privatbibliotheken aus dem deutschsprachigen Raum. 1607-1823. 9 B\u00e4nde. Leipzig 1995-2017.<br><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3>Weitere Literatur<\/h3>\n\n\n\n<ul><li>Alker-Windbichler, Stefan and Bauer, Bruno and Stumpf, Markus (2017): NS-Provenienzforschung und Restitution an Bibliotheken. Berlin: de Gruyter Saur. <br><em>Auch f\u00fcr nicht die auf den Nationalsozialismus bezogene Provenienzforschung bildet das Werk einen sehr guten Leitfaden mit wertvollen Hinweisen zu Provenienzmerkmalen. <\/em><\/li><li>Preu\u00dfische Staatsbibliothek, Berlin (2021): Handreichungen und Empfehlungen \u2013 Provenienzforschung. Online verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/provenienz.staatsbibliothek-berlin.de\/ressourcen\/handreichungen-und-empfehlungen\/\">https:\/\/provenienz.staatsbibliothek-berlin.de\/ressourcen\/handreichungen-und-empfehlungen\/<\/a>, [16.07.2021].<br> <em>Eine &#8211; eher an Bibliothekar*innen gerichtete &#8211; Liste mit Informationen \u00fcber die systematische Provenienzerfassung in Bibliotheksbest\u00e4nden, die jedoch auch Forschenden wertvolle Hinweise liefert.<\/em><\/li><li>Buchempfehlungen zur NS Provenienzforschung und Restitution. Online verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.lootedculturalassets.de\/service\/buecher\/index.html\">https:\/\/www.lootedculturalassets.de\/service\/buecher\/index.html<\/a> [26.08.2021].<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Provenienzforschung (also die Recherche nach dem Herkommen und den Vorbesitzer*innen von B\u00fcchern und B\u00fcchersammlungen) ist ein zentraler Teil der bibliotheks- und buchwissenschaftlichen Arbeit. Die systematische Erfassung von Provenienzen eine vergleichsweise junge Disziplin und dient insbesondere der Auffindung und Restitution von NS-Raubgut. 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